ORT 10 | Gedenkstätte für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion (1989)

Wir haben nun die abseits gelegene Gedenkstätte für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion erreicht. Sie wurde im Mai 1989 errichtet. In einer Phase zunehmender gesellschaftlicher Agonie und expliziter Abgrenzung der DDR-Verantwortlichen zur Perestroika der Sowjetunion erscheint die Anordnung der Gedenkstätte an der Peripherie des Heidefriedhofs – also in räumlicher Distanz und Abgrenzung zu den monumentalen Gedenkanlagen für die deutschen Opfer des Nationalsozialismus – eher als zögerliche Pflichterfüllung der Verantwortlichen. Die Bildhauerin Thea Richter schuf beeindruckende Skulpturen. Die Einweihung der Anlage im Mai 1989 fand jedoch wenig öffentliche Aufmerksamkeit und war der örtlichen SED-Tageszeitung ledig einen knappen Bericht wert. Wenige Monate später, im Herbst 1989, brach die DDR-Gesellschaft zusammen.

1. August 2014

Bildhauerin Thea Richter an den von ihr geschaffenen Skulpturen.

Fotografie: Matthias Neutzner

Unser Rundgang endet hier. Wir laden Sie ein, uns Ihre Eindrücke und Gedanken beim Erkunden des Erinnerungsortes Heidefriedhof mitzuteilen. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir diesen Ort noch besser erschließen und nutzen können.

Konzept und Text: Matthias Neutzner
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